Funkauslöser Nr. 3 "FABG3"

[26.03.2006]
So, nach längerer Pause mal wieder ein neues Funkauslösermodell. :-)

Bei diesem Funkauslöser wurde wieder ein industriell hergestelltes 433.92 MHz Sendemodul eingesetzt, wie auch schon beim Funkauslöser Nr. 2. Auch der neue Auslöser besitzt noch keine seperate Fokus- und Auslösefunktion, ist aber auf der Empfängerseite bereits vollständig darauf vorbereitet. Eine Zweikanalübertragung hängt nur noch von einem entsprechend ausgerüsteten Sender ab.

Die Empfangstechnik und Dekodierung ist im Vergleich zum Funkauslöser Nr. 2 gleich geblieben. Was sich verändert hat, ist die die Auswertung und Umwandlung der ankommenden Signale. Wurden im Vorgängermodell die Signale noch über Transistoren "interpretiert" und an die Kamera weitergeleitet, so passiert das in diesem Modell mit Hilfe eines Mikrokontrollers. Der Empfänger ist jetzt also so ausgestattet, daß man Funktionalitäten einfach per Software-Programm verändern oder erweitern kann. Mehr zu meinem ersten Kontakt mit Mikrokontrollern während des Aufbau des FABG3-Prototypen könnt ihr hier lesen.

Die Ansteuerung der Kamera wird wieder per Optokoppler durchgeführt. Es besteht also keine elektrische Verbindung zwischen Kamera und Empfänger. Die Signale werden per Lichtimpuls weitergeleitet.
Die neue Interface-Platine für den Mikrocontroller und den Optokoppler habe ich auch wieder bei einem externen Dienstleister ätzen lassen - Unser (Bastel-)Keller dankt es uns mit Chemiekalienfreiheit! ;-)

Funkauslöser "FABG3" für Konica-Minolta Kameras
(für Dynax und Dimage-Serie - Kompatibilitätsliste s.u.)
433 Mhz digital codierte Funkverbindung


Gerätebeschreibung:
Bei diesem Fernauslöser handelt es sich um einen kabellosen Auslöser auf Basis von Funkwellen im 433 MHZ Bereich.

Für die Benutzung an der Konica-Minolta Kamera muß der Funkempfänger mit einem ca. 1,20 Meter langen Anschlußkabel an den Remote-Anschluß der Digitalkamera angeschlossen werden. Mit dem Handsender kann dann die Auslöse-Funktion der Kamera per Funk gesteuert werden.

Durch die genormte 3,5 mm Stereo-Klinkenbuchse als Schaltausgang könnte der Empfänger auch andere Geräte schalten. Die genaue Anschlußbelegung der Klinkenbuchse ist weiter unten dargestellt. Einem versierten Bastler stehen damit weitere Möglichkeiten offen (Anm.: ein User hat so einen Anschluß für seine Canon 350D umgebaut).

Einfache Eintastenbedienung
Integrierte Unterstützung für "Bulb-Aufnahmen" (Langzeitbelichtung)
Sichere und störungsfreie Auslösung durch digital codierte Signale
Mehrere Geräte sind störungsfrei parallel benutzbar, durch digitale Einzel-Adressierung
Funktionsumfang ist durch Einsatz eines Mikrocontrollers ohne Hardwareerweiterung zukünftig erweiterbar
Reichweite bis zu 30 Meter (bei freier Sicht) auch durch Wände und Gegenstände
Elektrische Schutz-Trennung von Kamera und Elektronik
Der Sender ist bereits mit einer 12 Volt Batterie versehen und kann sofort benutzt werden
Der Empfänger wird mit drei handelsüblichen Micro-Batterien (Größe AAA) versorgt
Geringer Stromverbrauch (Standby: 5 mA, Aktion: 10 mA)











Bedienung & Funktion:

Wird dieser Auslöser mit einem entsprechenden Kabel an eine Konica-Minolta Dimage oder Dynax Kamera angeschlossen, dann stehen die folgenden zwei Funktionen zur Verfügung:

Normale Auslösung Bulb-Auslösung
Die Taste am Sender wird gedrückt.
Daraufhin beginnt die Kamera zu fokussieren und nimmt gleich danach
  das Foto auf.
Danach kann die Taste wieder losgelassen werden.

Solange die Taste gedrückt gehalten wird, leuchtet am Empfänger die Kontroll-LED.
Wenn an der Kamera der Bulb-Mode (Langzeitbelichtung) eingestellt wurde, dann kann die Bulb-Unterstützung des Funkauslösers benutzt werden. Diese sorgt dafür, daß man die Auslösetaste nicht die gesamte Belichtungszeit gedrückt halten muß. Der Vorgang ist folgender:

Die Taste am Sender wird gedrückt.
Daraufhin fokussiert die Kamera und beginnt mit der Bulb-Aufnahme.
  Solange das Auslösesignal anliegt, bleibt die Kamerablende also
  geöffnet.
Wird am Sender die Auslösetaste länger als 4 Sekunden gedrückt
  gehalten, dann schaltet der Funkauslöser in die "Bulb-Unterstützung".
  Das wird durch langsames Blinken der Kontroll-LED signalisiert.
Man kann jetzt die Taste loslassen - der Funkempfänger leitet
  weiterhin ein Auslösesignal an die Kamera.
Erst wenn man die Taste am Sender erneut kurz drückt, wird die
  Langzeitbelichtung beendet.


Solange das Signal sicher empfangen wird, leuchtet am Empfänger die Kontroll-LED
Überschreitet man während des Sendens die max. Reichweite, beginnt die Kontroll-LED
  unregelmäßig zu flackern

Auf der Oberseite des Empfängers, neben dem Einschalter und Power-LED, ist eine kleine Öse vorhanden, mit der das Gerät hängend an einem Stativ befestigt werden kann (z.B. mit einem Gummi oder einem Stück Schnur). Dabei hängt der Empfänger so, daß die Antenne senkrecht nach unten zeigt, was die Empfangseigenschaften günstig beeinflußt. Außerdem zeigt die Kontroll-LED in dieser Position direkt horizontal zur Seite, so daß man sie auch von weitem gut erkennen kann.

Details:
Handsender:
- Bedienteile: Großer Aulöseknopf
- Antenne, ca. 28 cm lang
- Abmessungen (Länge, Breite, Höhe): 8.5 cm, 4.5 cm, 1.8 cm
- Stromversorgung: 1 x 12 Volt Batterie A23 (wird mitgeliefert)
- Der Sender verbraucht nur Strom, wenn die Taste gedrückt wird!
- Zum Wechseln der Batterie wird ein kleiner Schlitz-Schraubendreher
  benötigt
Empfänger:
- Bedienteile: An/Aus Kippschalter
   1 x grüne LED zur Betriebsanzeige, 1 x rote LED Auslöseanzeige (leuchtet, wenn
   am Sender der Knopf gedrückt wird, blinkt bei aktiviertem Bulb-Modus und flackert,
   wenn die Reichweite überschritten wird)
   Antenne, ca. 30cm lang
- Befestigungsöse zum Anhängen des Empfängers an ein Stativ
- Länge, Breite, Höhe: 10.5 cm, 6.5 cm, 2.6 cm
- Stromversorgung: 3x 1,5 Volt Microbatterien (AAA) (werden nicht mitgeliefert)
- Stromaufnahme: ca. 5 mA in Ruhe, 10mA bei Auslösung oder Bulb-Modus
- Zum Wechseln der Batterie wird ein kleiner Kreuz-Schraubendreher benötigt

Für den Anschluß des Funkempfängers an die Kamera habe ich meinen bewährten Selbstbau-Remote-Stecker benutzt.

Kompatibilität:
Die hier verbaute Anschlußtechnik wird von mir erfolgreich an meiner eigenen Dimage-D7/Hi betrieben. Ferner gab mir die Firma Konica-Minolta auf Anfrage eine Kompatibilitätsliste der Dimage- und Dynax-Remoteanschlüsse.

Im wirklichen Leben getestet wurden bisher folgende Kameras:
Dimage 7
Dimage 7i
Dimage 7/Hi
Dimage A1
Dimage A2
Dynax 5
Dynax 7
Dynax 7D
Dynax 5D
Minolta 8000i
Minolta 800 si

Außerdem funktioniert der Auslöser an folgenden Sony Spiegelreflexkameras:
Alpha 100

Prinzipiell funktioniert dieser Fernauslöser auch an anderen Kameramodellen, wenn die Fernauslöser-Buchse dort entsprechend gleich beschaltet ist.
Ein User betreibt diese Auslösetechnik z.B. mit einem selbst umgebauten Kabel erfolgreich an seiner CANON 350D.

Technik:
Die Signalübertragung erfolgt über ein industriell gefertigtes, umgebautes Sende- und Empfangsmodul, das auf 433,92 Mhz Basis im dafür freigegebenen ISM-Band arbeitet. Die Sendeleistung beträgt ca. 10 mW.

Das Auslöse-Signal wird im Sender digital adressiert und codiert bevor es per Amplitudenmodulation gesendet wird. Der Empfänger wiederum nimmt nur Datenpakete an, die an ihn adressiert sind. Dadurch ist ein sehr hoher Schutz vor Fehlauslösung gewährleistet und es kann z.B. mit mehreren Funkauslösern gleichzeitig gearbeitet werden, ohne daß diese sich gegenseitig beeinflussen.


Im Empfänger befindet sich eine selbst entwickelte Interface-Elektronik mit einem Mikrocontroller. Dieser bereitet die decodierten Funksignale auf und steuert über das Remotekabel die Kamera an. Außerdem kontrolliert der Mikrocontoller die Zusatzfunktion "Bulb-Auslösung". Die Empfangselektronik wurde zusammen mit dem Interface und einem Batteriehalter in dem altbekannten, funktionalen, schwarzen Gehäuse untergebracht. Die Komponenten sind sicher im Gehäuse eingebracht (teilweise verklebt), so daß auch nichts verrutscht oder klappert, wenn der Auslöser in der Fototasche rumpoltert.

Fotos:



[Die Bedienteile]

 
[Einmal hübsch lächeln von der Seite und einmal hübsch von vorn...]


[So, hier die Innereien des guten Stücks (zu sehen ist der Prototyp) - Platine und Batteriehalter sind fest eingeklebt]


[Die Platinenunterseite, naja Prototyp halt ;-) - Rechts ist das Enwicklungsboard für den Mikrocontroller zu sehen]


[Der Handsender im Größenvergleich - Rechts die Innenansicht des Senders]


[Hier noch die genaue Steckerbelegung, aus der auch die Beschaltung der Klinkenbuchse abzuleiten ist]



[So sieht das Ding dann am Stativ hängend aus]