Sonderanfertigung für Klaus: Doppel-Kabelauslöser für zwei Kameras.

[xx.xx.2005]
Und auch hier ging es, wie schon beim Funk-Intervallschalter, um die gleichzeitige Ansteuerung von zwei Kameras für die Aufnahme von 3D-Fotos. Dabei sollten über zwei Taster jeweils Fokus und Auslösen der beiden Kameras synchron gesteuert werden können.

Als Vorgabe für das Verhalten der Kameras galten 2 Modis:
1) Wird der Taster "Fokus" gehalten, dann sollen die Kameras fokussieren. Sind die Kameras mit fokussieren fertig (piep, piep) und man drückt zusätzlich auf den Taster "Auslösen", dann sollen die Kameras sofort und verzögerungsfrei das Foto aufnehmen (synchron).

2) Wird nur die Taste "Auslösen" allein drückt, dann sollen die Kameras beginnen zu fokussieren. Wenn die Fokussierung beendet ist sollen beide Kameras danach sofort das Foto aufnehmen. Anm.: Zwischen Drücken der "Auslösen" Taste und dem aufnehmen des Fotos vergeht die Zeit, die die Kamera zum fokussieren benötigt. Das ist im Prinzip genau so, als würde man den Kamera-eigenen Knopf sofort bis unten durchdrücken. Bei zwei Kameras kann es natürlich unterschiedlich lange dauern, je nach dem wie lange jede mit fokussieren beschäftigt ist.

Da es sich hier um eine reine Kabel-Lösung handeln sollte, mußte also keine großartige Elektronik entwickelt werden. Es reicht für die Ansteuerung der Kameras jeweils einen Taster für die Fokussierung und einen für das Auslösen zu nutzen. Allerdings müssen die Taster zwei elektrisch getrennte Schaltstrecken aufweisen, damit der elektrische Potentialunterschied zwischen den Kameras nicht zu einem Problem wird. Das Ganze wurde in ein handliches Gehäuse gebaut und mit Klinkenbuchsen versehen, damit man die Steuerleitung zwischen Auslöser und Kamera(s) mit normalem Stereo-Audiokabel verlängern kann.

Man soll es nicht glauben, aber bereits bei einer solch einfach klingenden "Schaltung", belaufen sich die reinen Teilekosten auf ca. 28,- EUR. Okay, dort ist auch jeweils zwei mal 5 Meter Verlängerungskabel eingerechnet und leider gibt es hier in der Nähe als "Teile-Lieferanten" nur C*nrad Elektronik, welcher nicht zu den preiswertesten Elektronik-Läden zählt. Nun denn, wir haben es trotzdem beide überlebt - Klaus und ich. ;-)


Sonderanfertigung: Doppel-Kabelauslöser
für eine Konica-Minolta Kamera

(Einzelanfertigung für Klaus)

Als erstes ging es darum sich für ein "griffiges Gehäuse" zu entscheiden. Gut, daß ich noch zwei verschiedene Sorten hier liegen hatte.
Die Wahl fiel auf ein längliches Gehäuse (das linke), bei dem man während des Haltens je einen Taster oben und seitlich gut erreichen kann. Die Anschlüsse für die Verbindungskabel mussten folglich auf der Unterseite angebracht werden.

Gehäuse länglich  Gehäuse rechteckig
[Das linke Gehäuse ist es dann geworden]


So, dann ging es als erstes dran das Gehäuse mechanisch zu bearbeiten.
Im Gegensatz
zu meinen anderen Gerätschaften, wollte ich die Taster diesmal wirklich mittig montieren - also direkt auf dem Schnittpunkt der beiden Gehäusehälften. Das erwies sich leider schwieriger als erwartet, wenn man lediglich "frei Hand" mit einem Akkuschrauber bohrt. Damit die Gehäuseschalen nicht verrutschen (was sie anfangs taten), habe ich sie zum Bearbeiten mit Klebeband fest umwickelt. Dann klappte es auch besser mit dem Bohren der Löcher.

Gehäuse gebohrt  Einzelteile
[Gebohrtes Gehäuse / Einzelteile]


Jetzt war erstmal Fleißarbeit angesagt. Kabel ablängen, abisolieren, verzinnen...
Danach wurden die Taster gemäß meiner zuvor angefertigten Verdrahtungs-Skizze verlötet und die Kontakte einzeln mit Schrumpfschlauch isoliert, damit da auch bei robustem Einsatz nichts passieren kann.

Taster verlöten  Kabel löten
[Taster verlöten / Kabel vorbereiten]


Nachdem alles verdrahtet war und auch die Klinkenbuchsen angelötet, ging es an einen ersten elektrischen Funktionstest - funktionierte sogar ;-).

Als ich danach alle Teile in das Gehäuse einpassen wollte, fiel mir erschreckender Weise auf, daß das Gehäuse innen an den Enden jeweils noch Plastiknasen aufweist, auf die normalerweise eine Platine aufgeschraubt wird o.ä. Jedenfalls paßten die Klinkenbuchsen nicht nebeneinander in das Gehäuse - wie eigentlich vorgesehen.

Gottlob konnte ich eine Buchse hochkant montieren, ohne daß mir die Bauhöhe des Gehäuses dies übelgenommen hat. Pfuh! Glück gehabt. :o) Ich hasse nichts mehr, als irgendwann festzustellen, daß etwas nicht paßt, weil ich anfangs vielleicht was übersehen habe. Denn das, was man dann alternativ als (Not-)Lösung hinzaubert (gemeinhin auch als "Plan B" bezeichnet), könnte sehr leicht in "Pfusch" ausarten. War hier aber nicht so. ;-)

Erster Test  Klinkenbuchsen
[Erster Funktionstest / "Plan B"]


Jetzt noch die zwei Dioden einbauen - die hatte ich nämlich doch noch vergessen. ;-)
Die Dioden sind notwendig, weil bei einem Tastendruck nur auf "Auslösen" normalerweise nichts passiert. Die Kamera reagiert nicht, wenn man nur die beiden Kontakte Masse und Auslösen verbindet. Man hätte vorher die Taste "Fokussieren" gedrückt halten müssen. Bei diesem Auslöser soll es aber auch so sein, daß man allein durch drücken der Taste "Auslösen" die Kamera fokussieren und danach auslösen lassen kann (siehe Text ganz oben "2 Modis"). Hierfür ist eine Diode zwischen dem Anschluß Fokus und Auslösen notwendig.

Jetzt noch das widerspenstige Drahtgeflecht irgendwie in das Gehäuse bekommen, ohne daß vorn und hinten die Taster und Klinkenbuchsen wieder rausflutschten.

Diode  Kabelauslöser innen
[Diode an der Klinkenbuchse / Kabelauslöser von innen]


Nun ging es um die Anfertigung von zwei Minolta-Steckern aus Teilen von zwei Sorten Buchsenleiste und 'ner Menge Schrumpfschlauch.
Danach wurden die Stecker an die vorkonfektionierten Klinkenstecker-Kabel (1,20m) gelötet.

Stecker  Stecker
[Minolta-Stecker]

So, jetzt noch alles anschließen und nochmals durchmessen. Sah gut aus, also an die Kamera anschliessen und dort testen. Geht, Juhu. :-)

Und so sah der fertige Auslöser letzendlich aus. Der graue Taster ist zum fokussieren, der rote zum auslösen.

Auslöser fertig  Auslöser fertig

Auslöser fertig